Kunsthistorische Erläuterungen


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Konzeptkunst


Günter Bachelier

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Mentale Zustände als Kunst

Konzeptkunst wird als Sammelbegriff für eine heterogene Menge von stilistischen Methoden und Vorgehensweisen verwendet, denen gemeinsam ist, daß Kunst nicht mehr über physikalische Objekte definiert wird, sondern über Ideen und mentale Konzepte, deren Instanzierung zu physikalischen Objekten führen kann, aber nicht muß.

Mit der expliziten Einführung der Konzeptkunst wurde die Entwicklung thematisiert, die durch eine Abwendung der retinalen Ästhetik gekennzeichnet ist, und die zu einem erweiterten Kunstbegriff führte, in dem letztlich mentale Zustände als Kunstobjekte betrachtet werden.

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Ansätze in der frühen abstrakten Kunst
Erste Ansätze für die Bedeutung des Mentalen können bereits in der Enstehungsphase der abstrakten Kunst zu Beginn des 20'sten Jahrhunderts identifiziert werden, bei denen das "Geistige in der Kunst" eine größere Bedeutung besitzt als gegenständliche Manifestationen. Diese frühen Ansätze bleiben jedoch noch der retinalen Ästhetik verhaftet, da an die Stelle der gegenständlichen Bilder nun abstrakte Bilder treten.
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Skizzen, Beschreibungen und Anleitungen Die Loslösung von einer retinalen Ästhetik wurde erst in den 60'er Jahren durchgeführt, wobei anstatt eines Kunstobjektes nun Skizzen, Beschreibungen und Anleitungen zum Bau eines Objektes an die Stelle des vom Künstler ausgeführten Objektes treten.
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Problem der Autorisation

Indem der Künstler Objekte nicht mehr selbst ausführt, wird die Problemstellung der Reproduzierbarkeit nochmals verschärft, die schon bei der Verwendung der Fotographie als Mittel zur Kunsterzeugung thematisiert wurde. Die dort gefundenen Lösungsansätze bezüglich der Autorisation durch den Künstler lassen sich teilweise auf den Bereich der Konzeptkunst übertragen, indem beispielsweise eine Bauanleitung zum Bau einer maximalen Anzahl von Objekten berechtigt, die auf diese Weise durch den Künstler autorisiert sind.

Formen der individuellen Autorisation von Einzelobjekten können dann erfolgen, wenn neben der Bauanleitung die Materialien mitgeliefert werden, auf denen duch Autorisationssymbole wie Signatur, Titel und Numerierung angebracht sind.

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Interaktive Kunst  Durch die Verwendung von Anleitungen wird der Rezipient dazu aufgefordert, das Kunstwerk zumindest mental zu generieren. Durch diesen Vorgang kann die Konzeptkunst auch als Vorläufer interaktiver Kunstformen betrachtet werden, die den ehemaligen Rezipienten in die Kunstentstehung integriert, sodaß die Grenzen zwischen Kunsterzeugung und Kunstrezeption aufgehoben werden. Durch die Fähigkeit des Rezipienten eine aktive Interpretation durchzuführen, kann der Prozeß der Kunstentstehung als Kommunikation betrachtet werden, wenn die Definition "Kommunikation als interpretierte Interaktion" zugrunde gelegt wird.
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Computerkunst

Werden Anleitungen als Materialisierung von mentalen Konzepten betrachtet, so können allgemein Datenstrukturen die gleiche Funktion erfüllen. Auf diese Weise können digital gespeicherte Objekte ebenfalls als Konzepte interpretiert werden, die durch einen zusätzlichen Prozeß, wie dem Drucken oder Belichten, zu einem physikalischen Objekt werden.

Diese Argumentation gilt in einfacher Hinsicht für datenorientierte Computerkunst, und in zweifacher Hinsicht für funktionsorientierte Computerkunst, bei der ein Werk beispielsweise nicht als Matrix von Pixeln vorliegt, sondern als Formel, die iterativ berechnet werden muß, um eine Matrix von Pixeln zu erzeugen, die dann zu einem physikalischen Objekt umgesetzt werden kann.

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