Evolutionäre Kunst


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Konventioneller Teil des Kunstprozesses


Günter Bachelier

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Selbstorganisierende Malerei, Action Painting Der Ausgangspunkt des Gesamt-Kunstprozesses, der aus einem konventionellen und einem evolutionären Teil besteht, ist eine Form nichtfigurativer, nichtgeometrischer Malerei, die eine Form der selbstorganisierenden Malerei ist, und ihre Wurzeln im Action Painting besitzt. Die Schaffung von Malerei, die teilweise nach Prinzipien der Selbstorganisation der verwendeten Materialien sich quasi selbst erzeugt, war eine Zielvorstellung, die lange vor der Integration evolutionärer Komponenten vorhanden war. Zufallsprozesse spielen bei dieser Malerei ebenso eine Rolle wie Materialeigenschaften, aus deren Zusammenwirken selbstorganisierend Werke Gestalt gewinnen.
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Rolle des Künstlers  Die Rolle des Künstlers besteht u.a. in der Auswahl und der Bereitstellung der Ingredienzien, sowie dem Starten und Beenden der Prozesse, wobei diese Aufgaben im Prinzip denen entsprechen, mit denen der Künstler während des evolutionären Kunstprozesses konfrontiert ist.
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Dripping von Jackson Pollock Der Malprozeß läßt sich durch eine starke Beeinflussung von Jackson Pollock charakterisieren. Ausgehend von dessen Maltechnik "Dripping", wurde eine Vielzahl von Schlag-, Fall- und Verlauftechniken entwickelt, welche die Grundkonzepte einer autonomen, selbstorganisierenden Malerei spezifizieren.
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Action Painting und dynamische Bildentstehung Neben dem Aspekt der verwendeten Maltechnik ist der Zeitaspekt eine zweite Komponente, die einen Bezug zum Action Painting herstellt. Das selbstorganisierende Zusammenwirken von Materialien unter dem regelnden Einfluß des Künstlers, sowie die Anwendung bestimmter Maltechniken, erzeugt kein statisches Werk, sondern ist als dynamischer Prozeß zu verstehen, der eine Vielzahl von Zwischenstadien durchläuft. Notwendig werden im Rahmen dieses Malprozesses eine Sequenz von Entscheidungen durch den Künstler, die jeweils Zwischenzustände des Bildes erzeugen.
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Abbruchstrategien Diese Vorgehensweise ist nicht unabhängig von der Stop-Problematik, die bei jeder Werkentstehung auftritt, d.h. die Entscheidung durch den Künstler, wann ein Werk beendet werden soll, wobei wiederum individuelle Abbruchstrategien verwendet werden. Werden jedoch wie bei der dargestellten Vorgehensweise Zwischenstadien betrachtet, so ist das Abbruchkriterium nicht im Zusammenhang mit der Frage zu sehen, ob ein Endsatadium einer Entwicklung erreicht ist, sondern ob von einem momentanen Zustand noch Nachfolgezustände erreichbar sind, die durch den Künstler als hinreichend interessant klasifiziert werden.
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Konservierung von Zwischenzuständen durch Fotographie Ausgehend von dieser Situation, stellte sich die Notwendigkeit nach geeigneten Verfahren zu suchen, um Zwischenzustände zu konservieren, bzw. zeitlich invariante Abbilder dieser Zustände zu schaffen. Das Medium, welches dies in natürlicher Weise leistet, ist die Fotographie, wobei sie in den Malprozeß integriert wird, da nach jeder Entscheidung, den Werkprozeß weiter zu führen, die binäre Entscheidung getroffen werden muß, ob der erreichte Zwischenzustand mit Hilfe der Fotographie abgebildet werden soll. Wird eine positive Auswahl getroffen, so schließen sich weitere Entscheidungen bezüglich der abzubildenden Bildausschnitte an.
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Selektion des Zeitpunktes und des Bildausschnittes Die auf diese Weise entstehenden Fotos sollten jedoch nicht als Dokumentation interpretiert werden, wie dies beispielsweise bei Fotos oder Videoaufnahmen einer Performance gemacht werden kann. Durch die Selektion des Zeitpunktes der Aufnahme innerhalb des Werkprozesses, sowie des aufgenommenen Bildausschnittes, besitzen die Fotos diejenigen kompositorischen Eigenschaften, welche die Fotographie zu einer eigenständigen Kunstform werden ließen.
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Fotos als prä-biotische Komponenten Die entstandenen Fotos besitzen im Gesamtkonzept der Evolutionären Computerkunst den Charakter prä-biotischer Komponenten, vergleichbar dem Verhältnis von Nucleinsäuren und Aminosäuren zu biologischen Lebewesen, d.h. sie sind dessen Bestandteile und Ausgangsmaterialien, während die definierende Eigenschaft des Lebens jedoch erst durch ihre räumliche und zeitliche Strukturierung erfolgt. Unter Verwendung dieser Analogie werden Motive und Bildausschnitte der Fotos als Elemente betrachtet, die in den evolutionären Kunstprozeß eingebracht werden.
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Reproduzierbarkeit und Variabililtät der Fotographie Die grundlegenden Eigenschaften der Fotographie wie ihre Reproduzierbarkeit und ihre Variabililtät durch Faktoren wie beispielsweise Belichtung, Verwendung von Filtern und Konzentration der verwendeten Chemikalien während der Entwicklung, machen sie bereits zu einem potentiellen Kandidaten für einen evolutionären Kunstprozeß. Der in diesem Rahmen vorgestellte evolutionäre Kunstprozeß verwendet jedoch die umfassenderen Möglichkeiten, welche die Bildbearbeitung mit Hilfe des Computers bietet.
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Medientransfer durch Photo-CD Soll ein computerunterstützter, evolutionärer Kunstprozeß durchgeführt werden, so wird ein Medientransfer notwendig, der die analogen Fotos in eine digitale Repräsentation überführt. Auf die Darstellung der digitalen Fotographie soll verzichtet werden, da bei der Verwendung von digitalen Aufnahmegeräten in einem Atelier, in dem mit Acrylfarben und -lacken gearbeitet wird, die Gefahr der Beschädigung größer ist als die Verwendung einer robusten analogen Technik, wie der eines einfachen Fotoapparates. Als günstige Möglichkeit für den Medientransfer bietet sich die Photo-CD an, mit der Dias und Negative digitalisiert und auf CD-Rom gebrannt werden.
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Selektion zur Digitalisierung Hierbei wird ein weiterer Selektionsprozeß notwendig, bei dem der Künstler entscheiden muß, welche Dias mit den entsprechenden Bildausschnitten digitalisiert werden sollen. Diese Entscheidung geschieht zu einem Zeitpunkt, der faktisch von dem Entstehungszeitpunkt der Malerei und der aufgenommenen Malerei entkoppelt ist, da zumindest die Zeit für die Entwicklung der Dias berücksichtigt werden muß.
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Selektion zur Übernahme Nachdem die zu digitalisierenden Dias ausgewählt wurden, und die Photo-CD erzeugt wurde, fällt ein weiterer Selektionsprozeß an, bei dem Bilder bzw. Bildausschnitte der digitalisierten Motive in einen Bildspeicher überführt werden. Im einfachsten Fall handelt es sich dabei um Verzeichnisse in einem Filesystem, während fortgeschrittenere Ansätze eine Bilddatenbank verwenden.
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Generationsübergreifender Bildspeicher Dieser Bildspeicher bildet die Grundlage für den computerunterstützten Evolutionsprozeß, in dem beispielsweise eine Auswahl übernommener und unverändeter Motive als Initialisierungspopulation verwendet werden, oder indem Individuen aus einem Evolutionsprozeß generationsübergreifend gespeichert werden, sodaß sie in einem anderen Evolutionsprozeß als Elemente der Anfangspopulation eingebracht werden können.
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